Wenn du schon einmal einen Performance-Test bei Google PageSpeed Insights durchgeführt hast und die Meldung "Bilder in modernen Formaten bereitstellen" erhalten hast, war die Empfehlung, deine Bilder zu WebP zu konvertieren. Es ist das Format, das Google als modernen Standard für Bilder im Web betrachtet — und dafür gibt es gute Gründe.

Was bedeutet WebP?

WebP ist ein von Google entwickeltes und 2010 veröffentlichtes Bildformat. Der Name ist eine Kombination aus Web + P (von Picture — Bild auf Englisch). Es wurde mit einem klaren Ziel geschaffen: überlegene Komprimierung im Vergleich zu JPG und PNG zu bieten, um das Gewicht von Webseiten zu reduzieren, ohne auf visuelle Qualität zu verzichten.

Anders als JPG (das nur verlustbehaftete Komprimierung unterstützt) und PNG (das nur verlustfreie Komprimierung unterstützt), unterstützt WebP beide Komprimierungsmodi — lossy und lossless — sowie Transparenz mit Alphakanal und Animationen. Es ist in der Praxis ein einziges Format, das JPG, PNG und GIF in einer Datei ersetzt.

Wie funktioniert WebP?

WebP lossy basiert auf dem Video-Codec VP8, ebenfalls von Google entwickelt. Es nutzt eine Technik namens Blockvorhersage: Statt jeden Pixel einzeln zu speichern, sagt der Algorithmus den Wert jedes Pixelblocks basierend auf den benachbarten Blöcken voraus und speichert nur die Differenz zwischen Vorhersage und tatsächlichem Wert. Je kleiner die Differenz, desto kleiner die Datei.

WebP lossless nutzt eine Reihe eigener Techniken, einschließlich räumlicher Vorhersage, Farbtransformation und Entropiekomprimierung mit einem Algorithmus namens LZ77 + Huffman-Kodierung. Das Ergebnis ist eine verlustfreie Datei, die deutlich kleiner ist als ein gleichwertiges PNG — im Durchschnitt 26% kleiner bei gleichem Inhalt.

Ist WebP wirklich kleiner als JPG und PNG?

Ja, und der Unterschied ist erheblich. Laut Googles eigenen Daten:

VergleichDurchschnittliche Größenreduzierung
WebP lossy vs. JPG (gleiche visuelle Qualität)25–35% kleiner
WebP lossless vs. PNG (gleiche Qualität)~26% kleiner
WebP mit Transparenz vs. PNG~22% kleiner

In der Praxis bedeutet das, dass ein Online-Shop mit 500 Produktbildern als JPG das gesamte Bildvolumen um ein Drittel reduzieren kann, indem er einfach zu WebP konvertiert — ohne jeglichen wahrnehmbaren visuellen Verlust.

💡 Auswirkung auf SEO: Google nutzt die Ladegeschwindigkeit als Ranking-Faktor. Bilder in WebP reduzieren den LCP (Largest Contentful Paint) — eine der wichtigsten Core-Web-Vitals-Metriken — und tragen direkt zu besseren Positionen in den Suchergebnissen bei.

Was sind die Vorteile von WebP?

Was sind die Einschränkungen von WebP?

WebP vs. JPG vs. PNG vs. SVG — vollständiger Vergleich

MerkmalWebPJPGPNGSVG
KomprimierungLossy und losslessLossyLosslessVektor
TransparenzJaNeinJaJa
AnimationJaNeinNein*Ja
Ideal für FotosJaJaNeinNein
Ideal für Logos und IconsJaNeinJaJa
Skalierbar ohne VerlustNeinNeinNeinJa
DateigrößeSehr kleinKleinMittel bis großSehr klein
Universelle UnterstützungModerne BrowserUniversalUniversalModerne Browser

* Animiertes PNG (APNG) existiert, hat aber eingeschränkte Unterstützung.

Wann WebP verwenden?

WebP ist die beste Wahl für die überwiegende Mehrheit der Bilder, die auf modernen Websites und Webanwendungen angezeigt werden:

Vermeide WebP für per E-Mail gesendete Bilder, Uploads auf sozialen Netzwerken, die das Format nicht akzeptieren, und Arbeitsdateien, die bearbeitet werden — behalte in diesen Fällen JPG oder PNG bei.

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Wie nutzt man WebP mit Fallback für ältere Browser?

Obwohl alle modernen Browser WebP unterstützen, ist es eine gute Praxis, einen Fallback in JPG oder PNG anzubieten, um Kompatibilität zu gewährleisten. Im HTML geschieht das mit dem <picture>-Tag:

Mit diesem Ansatz laden Browser, die WebP unterstützen, die kleinere Datei; die anderen laden automatisch das JPG oder PNG als Alternative. Das ist die von Google empfohlene Strategie für Websites, die breite Kompatibilität benötigen.

Häufig gestellte Fragen

Wird WebP von Safari unterstützt?
Ja. Safari unterstützt WebP nativ seit Version 14, die 2020 zusammen mit macOS Big Sur und iOS 14 veröffentlicht wurde. Alle modernen Apple-Geräte zeigen WebP ohne Probleme an.
Kann ich WebP in E-Mail-Marketing verwenden?
Das wird nicht empfohlen. Die meisten E-Mail-Clients — besonders Outlook und ältere Versionen von Apple Mail — rendern WebP nicht. Nutze für Bilder in E-Mails weiterhin JPG für Fotos und PNG für Bilder mit Transparenz.
Beeinträchtigt WebP die visuelle Qualität von Fotos?
Nicht wahrnehmbar. Bei Qualitäten über 75–80% ist der Unterschied zwischen einem WebP und einem gleichwertigen JPG mit bloßem Auge nicht erkennbar. Für die Web-Nutzung ist WebP lossy mit 80% Qualität der ideale Punkt zwischen Größe und visueller Treue.
Wie öffnet man eine WebP-Datei unter Windows?
Unter Windows 11 ist die WebP-Unterstützung bereits nativ integriert. Unter Windows 10 muss der Codec WebP Image Extensions installiert werden, kostenlos verfügbar im Microsoft Store. Nach der Installation öffnen sich WebP-Dateien normal im Fotos-Viewer und im Datei-Explorer.
Ersetzt WebP JPG und PNG vollständig?
Für die Web-Nutzung ja — WebP ist in fast jeder Hinsicht überlegen. Außerhalb des Webs (E-Mail, Druck, soziale Netzwerke, die das Format nicht akzeptieren, Altsysteme) sind JPG und PNG weiterhin nötig. Die ideale Strategie ist, WebP auf der Website zu nutzen und JPG/PNG als Fallback oder für andere Kontexte zu bewahren.